Ergebnis einer neuen Umfrage von Sphera: trotz erhöhtem Investorendruck geben nur wenige Unternehmen öffentlich Auskunft über ihre Nachhaltigkeitsentwicklung

Neue Daten von Sphera zeigen, dass sich Unternehmen trotz gegenteiliger Versprechungen schwer damit tun, Fortschritte bei ihren Nachhaltigkeitszielen zu implementieren und offenzulegen


CHICAGO, Sept. 30, 2021 (GLOBE NEWSWIRE) -- Obwohl der Druck von allen Seiten zunimmt – von Seiten der Investoren über Regierungen bis hin zu den Vorständen – fällt es Unternehmen weltweit schwer, Fortschritte bei ihren Zielen in den Bereichen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung (ESG, Environmental, Social and Governance) zu vermelden. Laut einer neuen Umfrage von Sphera®, einem weltweit führenden Anbieter von Software für ESG-Performance und Risikomanagement sowie Daten- und Beratungsdiensten, veröffentlichen nur 38 % der Unternehmen ihre Leistungen im Bereich Nachhaltigkeit.

Das betrifft nicht nur die Offenlegung der Fortschritte bei ihren Zielen – Unternehmen hinken auch hinterher, wenn es darum geht, ihre ESG-Ziele überhaupt erst einmal klar zu definieren. Weniger als ein Drittel (29 %) der Befragten gaben an, ihre Nachhaltigkeitsziele festgelegt und kommuniziert zu haben, und noch weniger, nämlich 16 %, haben Emissionsziele gemäß dem Rahmenwerk der Science Based Targets Initiative (SBTi) festgelegt.

Dieser deutliche Mangel an ESG-Transparenz unterstreicht die nach wie vor breite Kluft zwischen ESG-Versprechungen und -Maßnahmen im Privatsektor. In Ermangelung weltweiter signifikanter und durchsetzbarer Regelungen wurde es Unternehmen weitgehend freigestellt, freiwillige Verpflichtungen einzugehen, jedoch ohne ernstzunehmende Mechanismen, die sie dazu verpflichten, ihren Fortschritt zu messen oder Rechenschaft abzulegen. Etwa die Hälfte (51 %) der befragten Unternehmen bestätigten, dass ihre Geschäftsleitung Nachhaltigkeitsverpflichtungen eingegangen ist, aber nur 21 % gaben an, dass sie einen klaren Plan für die Umsetzung haben, und nur 26 % gaben an, dass sie Nachhaltigkeit vollständig in ihre Geschäftsstrategie integriert haben.

„Es ist ein Leichtes für Unternehmen, von ESG-Initiativen zu reden, aber sie dann auch umzusetzen, ist eine ganz andere Geschichte“, so Paul Marushka, CEO von Sphera. „Unternehmen wurde das Aufstellen und Messen ihrer Nachhaltigkeitsleistung größtenteils selbst überlassen. Dies führte zu einer Konstellation freiwilliger Rahmenwerke, die letztendlich keine Anreize für bedeutungsvolle Maßnahmen schaffen. Der jüngste Bericht des Intergovernmental Panel on Climate Change hat seine bisher deutlichste Warnung ausgesprochen und deutlich gemacht, dass halbherzige Maßnahmen nicht mehr ausreichen. Darüber hinaus hat die anstehende COP26-Konferenz versprochen, die Business Community zur Verantwortung zu ziehen – Unternehmen müssen also beginnen, ihre Versprechen einzuhalten und greifbare Fortschritte zu zeigen.“

Diese Ergebnisse stammen aus der Sustainability Survey 2021 von Sphera, einer Umfrage unter 218 globalen Führungskräften, in der diese ihre Metriken, Messungen und Fortschritte im Bereich der Nachhaltigkeit bewerten.

Weitere Ergebnisse der Umfrage:

Scope 3 fällt unter den Tisch. Obwohl es entscheidend ist, die Emissionen in der gesamten Wertschöpfungskette zu reduzieren, um die Dekarbonisierungsziele zu erreichen und – für diejenigen Unternehmen, die sich dazu verpflichtet haben – CO2-neutral zu werden, berücksichtigen nur sehr wenige Unternehmen in ihren Nachhaltigkeitsplänen Scope-3-Emissionen. Nur 13 % der befragten Unternehmen gaben an, dass sie alle relevanten Scope-3-Kategorien identifiziert und eine entsprechende Hotspot-Analyse durchgeführt haben; 29 % gaben an, dass sie bei der Berechnung ihrer Grundwerte für Unternehmensemissionen oder ihres CO2-Fußabdrucks die gesamte Wertschöpfungskette berücksichtigen.

„Scope-3-Emissionen können den größten Teil des gesamten CO2-Fußabdrucks eines Unternehmens ausmachen“, so Marushka weiter. „Das bedeutet, dass jede solide Nachhaltigkeitsstrategie eine Bewertung der Lieferkette und eine Verpflichtung zur Zusammenarbeit mit Lieferanten beinhalten muss, die auch messbare Maßnahmen zur Senkung ihrer Emissionen ergreifen. Das Endergebnis schafft letztendlich einen Multiplikatoreffekt für die Nachhaltigkeitsbemühungen beider Unternehmen.“

Schlechte Datenqualität kann selbst die besten Bemühungen matt setzen. Nur eine Minderheit der Befragten (16 %) verwendet Daten aus etablierten kommerziellen Datenbanken, um ihre CO2-Bilanz im Unternehmen zu quantifizieren. Weitere 14 % gaben an, dass sie qualitativ hochwertige branchenbasierte Daten für die Ausgangsbewertung auf Produktebene verwenden. In der Praxis bedeutet dies, dass weitaus mehr Unternehmen suboptimale Datensätze wie ausgabenbasierte Input-Output-Datenbanken verwenden, um ihre Emissionen zu messen. Diese Arten von nicht spezifischen Top-Down-Datenquellen können zu ungenauen Bewertungen führen, wodurch sich die Kluft zwischen Nachhaltigkeitsversprechen und Ergebnissen weiter vergrößert.

Der Mittelstand hat am meisten zu kämpfen. Es überrascht vielleicht nicht, dass große Unternehmen mit einem Umsatz von mehr als einer Milliarde US-Dollar Umsatz eher als optimiert (34 %) im Hinblick auf die „Sustainability Maturity“ (Reife der Nachhaltigkeitsmaßnahmen) eingestuft werden.1 Gleichzeitig gelten aber auch 39 % der kleinen Unternehmen mit einem Umsatz von weniger als 100 Millionen US-Dollar als optimiert. Mittelständische Unternehmen hinken mit einer Optimierungsrate von nur 30 % hinter beiden hinterher. In der Tat gehen mittelständische Unternehmen im Vergleich zu ihren größeren oder kleineren Pendants eher nicht über die grundlegenden Compliance-Anforderungen hinaus (25 % vs.13 % für kleinere Unternehmen und 6 % für größere Unternehmen).

Über die Sustainability Maturity Survey 2021
Sphera hat mit der Universität Esslingen in Deutschland zusammengearbeitet, um eine Umfrage unter Unternehmen in ganz Europa, Nordamerika und dem asiatisch-pazifischen Raum zu entwickeln und durchzuführen. Die Befragten kamen aus Unternehmen aus einer Vielzahl von Branchen, darunter Automobil, Bauwesen, Bildung, Gesundheitswesen, Öl und Gas, Fertigung und Technologie. Die Umfrage wurde zwischen dem 7. April und dem 3. Mai durchgeführt.

Über Sphera  
Sphera schafft eine sicherere, nachhaltigere und produktivere Welt. Wir sind ein führender globaler Anbieter von Software, Daten und Beratungsdienstleistungen für das Performance- und Risikomanagement im Bereich Umwelt, Soziales und Unternehmensführung (ESG, Environmental, Social and Governance) mit Schwerpunkt auf Umwelt, Gesundheit, Sicherheit und Nachhaltigkeit (EHS&S), Betriebsrisikomanagement und Produktverantwortung.

Pressekontakt
Kylie Souder
kylie.souder@aspectusgroup.com+1 513-304-5776

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1 Gemäß der Kategorie „Sustainability Maturity“(Reife der Nachhaltigkeitsmaßnahmen) von Sphera nutzt ein „optimiertes“ Unternehmen ESG-Software und -Datenressourcen, um noch weit über Compliance-Anforderungen hinaus zu gehen und so Effizienz, Produktivität und Innovationen zu steigern, Kosten zu senken und Risiken zu minimieren. Ein „Leader“ ist seiner Konkurrenz weit voraus und prägt die Zukunft der Branche durch seine Nachhaltigkeitsinitiativen.