Talanx-Konzern mit Rekordergebnis


Im Geschäftsjahr 2003 hat der Talanx-Konzern seine Marktstellung in der deutschen Versicherungswirtschaft mit einer Reihe von Ergebnisrekorden untermauert. So konnten beim EBIT ("Earnings before interest and taxes" oder operatives Ergebnis), beim Eigenkapital und bei der Eigenkapitalrendite Spitzenwerte in der Geschichte der Gruppe erzielt werden. Das EBIT kletterte um 67,6 % auf 825,0 (im Vorjahr 492,3 Mio. €), das Eigenkapital um 22,9 % auf 2.537,8 (2.064,7) Mio. € und die Eigenkapitalrendite auf 14,7 (9,7) %.
 
Konzernchef Wolf-Dieter Baumgartl: "Alle Konzernsegmente haben positiv zur Ergebnisverbesserung beitragen. Das Rekordergebnis ist ein Indiz dafür, dass die Investitionen, das Wachstum und die Umstrukturierungen der letzten Dekade nunmehr auch ergebnismäßig Früchte tragen. Dies gilt zurzeit überdurchschnittlich auf Basis eines harten Markts, wird sich aber auch in einem weicheren Zyklus fortsetzen."
 
Rückblick: Strukturmaßnahmen im Konzern in 2003
 
Im Hinblick auf ihre Struktur hat die Gruppe einen entscheidenden Schritt hin zum kapitalmarktorientierten Konzern gemacht, dies war das hauptsächliche Motiv für die strategische Neuausrichtung. Damit wurde eine Epoche der Konzernentwicklung erfolgreich abgeschlossen.
 
Die Eigentümergesellschaft der Talanx AG, der HDI Haftpflichtverband der Deutschen Industrie V.a.G., hat im Jahr 2003 das gesamte Industrieversicherungsgeschäft im Zuge einer Kapitalerhöhung in die Talanx-Tochtergesellschaft HDI Industrie Versicherung AG eingebracht und die Zentralbereiche in die HDI Service AG überführt. Der HDI V.a.G. ist seither nicht mehr als selbst zeichnender Risikoträger tätig, sondern zeichnet in Mitversicherung eine Quote von einem Promille am Geschäft der HDI Industrie Versicherung AG. In der Hauptsache beschränkt sich der HDI V.a.G. aber auf die Funktion einer Eigentümergesellschaft.
 
Baumgartl: "Mit der jetzigen Struktur haben wir zehn Jahre Um- und Ausbauarbeit im Konzern abgeschlossen. Weitere Strukturschritte werden sich auf Vergrößerung und Optimierung beschränken."
 
Auswirkungen hat die Umstrukturierung auch auf die Rechnungslegung des Konzerns. Nach den im Talanx-Konzern angewandten Vorschriften der Bilanzierungsmethode US GAAP muss die Einbringung der HDI Industrie AG nach der "As-if-pooling-Methode" berücksichtigt werden. Entsprechend dazu wurden die Vorjahreszahlen unter der Annahme, dass die HDI Industrie AG bereits im Geschäftsjahr 2002 eine Gesellschaft des Talanx Konzerns war, neu ermittelt.
 
Konzernergebnis 2003
 
Die Bruttoprämieneinnahmen der Gruppe insgesamt sind leicht um 0,8 % auf 14,8 (14,9) Mrd. € zurückgegangen. Diese scheinbar negative Entwicklung hat ihre Ursache vor allem in der Dollarschwäche. Auf Grund ihres hohen Geschäftsanteils, der im US-Dollar abgewickelt wird, hat der niedrige Kurs der US-Währung die Gruppe umgerechnet in Euro erheblich Umsatz, aber kaum Gewinn gekostet. Bei unveränderter Währungskursparität zum US-Dollar wären die Bruttoprämieneinnahmen deutlich um 8,2 % auf rund 16 Mrd. € gestiegen.
 
Kräftiges Wachstum kann der Konzern in der Erstversicherung Leben und in der europäischen Schaden/Unfall-Erstversicherung vorweisen. Deutlich zweistellige Steigerungen der Prämieneinnahme belegen die kontinuierliche Vertriebsstärke des Konzerns in diesen Segmenten. Die Zahl der Versicherungsverträge erhöhte sich hier um 8,2 % auf 9,5 (8,8) Mio. Stück. Damit setzt die Talanx die ertragsbezogene Wachstumspolitik fort, die sie in den letzten zehn Jahren in die Spitzengruppe der relativ am stärksten wachsenden europäischen Versicherungsgruppen gebracht hat.
 
Angesichts des nunmehr verbesserten Raten- und Bedingungsniveaus in den weltweiten Versicherungsmärkten wurde der Selbstbehalt der Gruppe erhöht. Dies zeigt sich im Anstieg der verdienten Nettoprämien um insgesamt 5,7 % auf 10,4 (9,9) Mrd. €.
 
Positiv war auch der Schadenverlauf: Der Schadenaufwand brutto reduzierte sich - u. a. auch wegen des Ausbleibens von Großschäden - um 5,9 %, die Schadenquote sank auf 72,1 (77,8) %. Die Kapitalanlagen stiegen um 8,8 % auf 21,8 Mrd. €. Das Kapitalanlageergebnis insgesamt verbesserte sich um 17,1 % auf 1.388,2 (1.185,8) Mio. €.
 
Die zufrieden stellende Ertragslage in der versicherungstechnischen Rechnung und die Erholung der Kapitalmärkte führten zu einer deutlichen Verbesserung der Ergebnissituation. Nach Steuern und nach Abzug des anderen Gesellschaftern zustehenden Ergebnisses schloss der Konzern mit einem um 82,2 % gesteigerten Jahresüberschuss von 337,7 (185,3) Mio. € ab.
 
Seit neun Jahren in Folge hat der Talanx-Konzern neue Arbeitsplätze geschaffen. Die Mitarbeiterzahl erhöhte sich gegenüber 2002 in fast allen deutschen und europäischen Gesellschaften der Gruppe, insgesamt um 386 Personen auf 8.433 (8.049) Mitarbeiter im Jahresdurchschnitt.
 
Segmentergebnisse
 
Erstversicherung Schaden/Unfall
 
Im Segment Erstversicherung Schaden/Unfall stiegen die Bruttobeitragseinnahmen um 1,3 % auf 5.611,3 (5.537,1) Mio. €, währungskursbereinigt hätte sich ein Anstieg um 8,7 % ergeben. Die verdiente Nettoprämie erhöhte sich um 4,3 % auf 2.171,4 (2.081,1) Mio. €. Dabei haben die einzelnen Gesellschaften dieses Segments in unterschiedlicher Höhe zu diesem Wachstum beigetragen. Ein besonders erfreuliches Wachstum konnte mit 29,4 % die HDI Industrie Versicherung AG vorweisen. Auch die europäischen Auslandsgesellschaften des Segments haben sich erfreulich entwickelt und ihre Beitragseinnahme deutlich gesteigert. Bei der US-amerikanischen Clarendon Insurance Group sank das Volumen dagegen leicht (-2,7 %) durch die Bereinigung des Geschäfts um nicht profitable Programme. Die Combined Ratio für das Segment liegt mit 90,7 (90,4) % der verdienten Nettoprämie auf dem niedrigen Niveau des Vorjahres.
 
Das EBIT des Segments hat sich im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt: Es stieg um 134,0 % auf 451,8 (193,0) Mio. €,  beinhaltet aber als Sondereffekt den Abgangsgewinn aus der Veräußerung der HDI Re Ireland. Bereinigt um diesen außerordentlichen Ertrag stellt sich das EBIT auf 295,8 Mio. € (+53,3 %).
 
Erstversicherung Leben
 
Das Segment Erstversicherung Leben verzeichnete mit einem Anstieg der gebuchten Bruttobeiträge um 12,7 % auf 1.022,4 (907,1) Mio. € das höchste Wachstum unter den Konzernsegmenten. Die Beitragseinnahmen des Segments lagen damit erstmals über einer Milliarde Euro. Damit rangiert der Talanx-Konzern nach nur zehnjähriger Tätigkeit im Lebensversicherungsgeschäft unter den fünfundzwanzig größten deutschen Lebensversicherern. Der deutsche Lebensversicherungsmarkt erzielte 2003 dagegen nur ein Beitragswachstum von 4,1 %.
 
Die Ursache für diese kontinuierlich überdurchschnittliche Entwicklung liegt in der Konzentration auf wachstumsstarke Vertriebssegmente: Neben dem Direkt-, Makler- und Bankenvertrieb hat sich der Konzern auch im Zukunftsmarkt der betrieblichen Altersversorgung Erfolg versprechend positioniert. Den Vertragsbestand insgesamt konnte das Segment um 13,6 % auf 2,7 Mio. Stück steigern. Die Versicherungssumme im Bestand erhöhte sich auf 43,2 Mrd. €, ein Plus von 7,5 % gegenüber dem Vorjahr. Wie in der Branche insgesamt ging auf Grund der schwierigen Marktbedingungen und der großen Unsicherheit der Verbraucher im Neugeschäft die Anzahl der Verträge auf 535.200 Stück zurück, im Vergleich zum Vorjahr ein Rückgang um 19,4 %.
 
Das EBIT des Segments stieg um 20,2 % auf 45,1 (37,5) Mio. €.
 
Personen-Rückversicherung
 
Mit einer Steigerung des EBIT um 45,3 % auf 69,1 Mio. € hat das Segment Personen-Rückversicherung das beste operative Ergebnis in seiner Geschichte erzielt. Innerhalb des Talanx-Konzerns betreibt dieses Geschäft überwiegend die Hannover Rück-Gruppe, die mittlerweile zu den drei bedeutendsten Personen-Rückversicherern der Welt gehört. In Originalwährung wuchsen die Prämieneinnahmen um 2,2 %. Diese Entwicklung wurde durch die Abwertung von Auslandswährungen - speziell des US-Dollar gegenüber dem Euro - jedoch neutralisiert. Dadurch reduzierten sich die Bruttoprämieneinnahmen des Segments gegenüber dem Vorjahr auf 2,3 (2,6) Mrd. €.
 
Schaden-Rückversicherung
 
In fast allen Sparten des Segments konnten Raten- und Konditionsverbesserungen durchgesetzt werden. Verbunden mit einer deutlich geringeren Großschadenbelastung wurde damit auf Basis einer auf 76,8 (65,6) % deutlich angehobenen Selbstbehaltsquote ein um 42,2 % auf 567,2 (398,8) Mio. € deutlich gesteigertes EBIT erzielt.
 
Zwar gingen die Bruttoprämieneinnahmen um 6,8 % auf 7,5 (8,0) Mrd. € zurück. Dies ist zum einen auf die Stärke des Euro gegenüber dem Dollar zurückzuführen, zum anderen auf die selektive Zeichnungspolitik und zum dritten auf die Veränderung der Struktur der Rückversicherungsabgabe im Talanx-Konzern. Durch die Anhebung des Selbstbehaltes erhöhte sich die Nettoprämie auf 5,7 (5,0) Mrd. €. Mit dieser deutlichen Ausweitung des Nettoprämienvolumens konnte das Segment im harten Markt erneut wachsen.
 
Finanzdienstleistungen
 
Auch das Segment Finanzdienstleistungen kann auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken: Die Erträge konnten um 25,7 % auf 31,5 (25,1) Mio. € gesteigert werden; das Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit verbesserte sich um 74,3 % auf 9,5 Mio. €. Die verwalteten Kapitalanlagen legten um 13,0 % auf 20,9 Mrd. € zu, wobei insbesondere das Volumen der für Dritte verwalteten Kapitalanlagen um 27,2 % auf 504,0 Mio. € deutlich erhöht werden konnte.
 
Ausblick
 
Für das Jahr 2004 rechnet der Talanx-Konzern mit einem Rückgang seiner Bruttoprämieneinnahmen auf 13,5 (14,8) Mrd. €. Ein Grund dafür liegt in der Fortsetzung der konsequent ertragsorientierten Portefeuilleumstrukturierung in der Rückversicherung. Eine große Rolle spielt dabei aber auch im laufenden Jahr wieder die zu Grunde gelegte Wechselkursentwicklung des US-Dollar. Nach wie vor gutes Wachstumspotenzial sieht die Talanx in ihren Segmenten Erstversicherung Schaden/Unfall, hier insbesondere im Auslandsgeschäft und in der Erstversicherung Leben.
 
Bei einem Geschäftsverlauf ohne außergewöhnliche Störereignisse wird die Gruppe auch im Geschäftsjahr 2004 wieder einen deutlichen, auf alle Segmente gestützten Gewinnzuwachs erzielen können. Insgesamt rechnet der Konzern mit einer Steigerung des EBIT um 11 % auf 917 (825) Mio. €.
 
Im Segment Erstversicherung Schaden/Unfall rechnet der Konzern auf Grund selektiver Zeichnungspolitik im Inland mit einem insgesamt eher verhaltenen Bruttoprämienwachstum. Bei den HDI-Auslandsgesellschaften dagegen erwartet die Gruppe wiederum einen kräftigen Beitragszuwachs. Auch beim operativen Ergebnis dieser Gesellschaften deutet die bisherige Entwicklung auf eine weitere Verbesserung hin. Trotz wachsender Konkurrenz im Programmgeschäft sieht der Talanx-Konzern auch für die Tochtergesellschaft Clarendon eine positive Gesamtentwicklung.
 
Im Konzernsegment Erstversicherung Leben erwartet die Gruppe im Jahr 2004 deutliche Steigerungsraten im Neugeschäft und in den Vertragsbeständen. Die bevorstehenden steuerlichen Änderungen bei der Lebensversicherung und die 2005 in Kraft tretende EU-Vermittlerrichtlinie werden die Situation im Vertrieb prägen.
Mit großem Nachdruck widmet sich die Talanx dem Thema betriebliche Altersversorgung, das eine zentrale Rolle in diesem Konzernsegment spielen wird. Hier wurden in kurzer Zeit alle im Konzern existierenden Kapazitäten zu einem schlagkräftigen neuen Unternehmen, der HDI Pensionsmanagement AG, zusammengefasst.
 
In der Personen-Rückversicherung dürfte sich bei geringem Wachstum der Bruttoprämie die Ertragslage weiter verbessern. Geplant ist erneut ein zweistelliges Wachstum im operativen Ergebnis. Eine  weitere positive Wertentwicklung erwartet das Segment auch beim Nettoportefeuillewert.
 
Ein andauernd harter Markt bietet dem Konzernsegment Schaden-Rückversicherung auch im Jahr 2004 wiederum Aussicht auf ein ausgezeichnetes Ergebnis, vorausgesetzt, außergewöhnliche Belastungen durch Groß- und Größtschäden bleiben aus.
 
Im Talanx-Segment Finanzdienstleistungen lauten die Aufgabenstellungen unverändert Ausbau des Vertriebs sowie Fortsetzung der Aktivitäten der erfolgreich gestarteten Akquisition von Drittkundenmandaten. Auf der Produktseite wird sich die Ampega mit einem für die Branche neuartigen Konzept zur Abbildung von Master-Fonds sowie speziell mit der Expertise zum Management von Absolute Return Fonds positionieren.
 
Rückfragen: Thomas v. Mallinckrodt 0511-37 47 20 20
 
Die gesamte Pressemitteilung inklusive der Tabellen zu den Konzern- und Segmentkennzahlen finden Sie unter folgendem Link:

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PM 23062004
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